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Nachbarschafts-Hilfe für Pflegebedürftige

Barrieren abbauen – damit die Nachbarschaftshilfe funktioniert!

Vor allem für Menschen, die einen Pflegegrad haben und zu Hause wohnen, ist die Nachbarschaftshilfe ein wichtiger Baustein zur Bewältigung des Alltags. Doch damit dieses Unterstützungsangebot wirklich funktioniert, müssen dringend Barrieren abgebaut werden:

„Menschen, die helfen wollen, wird es sehr schwer gemacht. Das kann nicht im Sinne einer unkomplizierten, niedrigschwelligen Unterstützung für die Betroffenen sein“, moniert Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg.

Wer einen Pflegegrad hat und zu Hause lebt, darf 125 Euro im Monat für Hilfen im Alltag ausgeben: „Dies übernehmen sehr gerne die Pflegedienste, allerdings haben sie einen sehr hohen Stundensatz, sodass man für das Geld relativ wenig Unterstützung erhält. Deutlich besser geht das mit ehrenamtlichen Helfer:innen aus der Nachbarschaft. Man kennt sich, man hilft sich“, weiß Wicher. Trotzdem gebe es zu wenig von ihnen – was auch an dem großen Verwaltungs- und Registrierungsaufwand liegt, den potenzielle Helfer:innen im Vorfeld durchlauf müssen: „Bisher war es so, dass man gemeinsam mit der zu betreuende Person persönlich bei der Servicestelle Nachbarschaftshilfe in der Hoheluftchaussee vorbeikommen musste. Wer aber in Harburg oder Bergedorf wohnt und pflegebedürftig ist, kann nicht mal eben schnell dort vorbeischauen. Zumindest ist die Registrierung als ehrenamtliche:r Helfer:in jetzt unbefristet gültig“, erläutert er weiter.

Ist diese Hürde genommen, bleibt aber immer noch die monatliche schriftliche Abrechnung der Unterstützungsleistungen. „Das dezidierte Auflisten von Leistungen wie Gardinen aufhängen, Einkaufen, Spiele spielen oder einfach die Zeit für ein Gespräch schreckt aus meiner Sicht eher ab. In der jetzigen Form ist es sehr aufwendig, diese Listen zu führen und die Helfer:innen fühlen sich schikaniert. In solchen Situationen ist aber vielmehr jede Hilfe dringend gebraucht. Wir können froh sein, dass es Menschen gibt, die sich für sehr wenig Geld aufopfernd um andere kümmern.“

Weiterhin kritisiert Wicher, dass die Honorierung der Nachbarschaftshilfe nur sehr schleppend verläuft: „Oftmals treten Nachbarschaftshelfer:innen in Vorkasse, müssen dann aber lange auf die Erstattung ihrer Kosten und ihre Unterstützung warten. Auch hier resultiert dies wahrscheinlich aus dem Personalmangel innerhalb der Verwaltung. Wieder einmal trifft dies Menschen, die auf Unterstützung angewiesen sind. Sie können nicht ewig warten, sondern brauchen ihre Zahlungen so schnell wie möglich – so wie beispielsweise auch die Klient:innen der Grundsicherungs- und Wohngeldämter.“

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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