Direkt zum Inhalt springen

News & Service

Hier sehen Sie aktuelle Meldungen rund um unsere Arbeit. Über die folgende Navigation können Sie die Beiträge filtern – und sich Meldungen zu einem ausgewählten (oder allen) Themengebiet(en) anzeigen lassen.

Klimaschutz darf sozialen Wohnungsbau nicht aushebeln!

Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg, zeigt sich irritiert von den Forderungen des Klimabeirats des Hamburger Senats, statt 10.000 neuen Sozialwohnungen pro Jahr nur halb so viel zu bauen: „Menschen mit kleinem Geldbeutel brauchen jetzt günstige Wohnungen – und nicht in zehn Jahren.“

Dass der Klimabeirat den Klimaschutz voranbringen wolle, sei löblich und notwendig: „Unser Vorschlag 100.000 Solaranlagen auf Hamburgs Dächern zu installieren könnte und sollte schnell umgesetzt werden. Den nötigen Schub könnte hier ein attraktives Förderprogramm bringen.“ Dennoch dürfe der soziale Wohnungsbau jetzt nicht reduziert werden. Wicher beschreibt die ausweglose Lage der Betroffenen aus eigener Anschauung: „Der Mangel an preiswertem Wohnraum ist in Hamburg gegenwärtig hoch. Die Fachstellen für Wohnungsnotfälle haben wenig, das sie vermitteln können und in unseren Beratungsstellen klagen viele über Mieten, die immer mehr vom Einkommen auffressen. Besonders schwer ist es für Familien mit Kindern, die eine der raren preisgünstigen größeren Wohnungen benötigen, damit die Kinder sich entfalten können und Rückzugsräume haben.“

Der Handlungsbedarf sei jetzt akut, sollte aber durchaus auch hinterfragt werden: „Klar ist, jetzt müssen viele und eben auch preiswerte Wohnungen gebaut werden. Ob dies in der Zukunft so weitergehen muss, kann erst zu einem späteren Zeitpunkt entschieden werden. Der SoVD schlägt hierfür ein Moratorium unter Beteiligung u. a. des Sozialverbandes SoVD vor.“

Dass resilienter und klimaneutraler Wohnungsbau zukünftig eine größere Rolle spielen muss, ist aus Wichers Sicht alternativlos: „Der SoVD setzt sich dafür ein, dass z. B. die klimaneutrale Weiterentwicklung des Stadtraums Horner Geest zum klimaneutralen Quartier zum Vorbild für andere Stadtteile wird.“ Diese müssten gleichzeitig zu Zentren vor Ort werden, in denen die gesamte Versorgung vom Arzt bis zur Sparkasse und Post in kürzester Zeit erreichbar ist – so wie es die Stadt Paris gerade vormacht: „Statt zuzuschauen, dass immer mehr Infrastruktur in den Stadtteilen verschwindet, sollte der Senat alles dafür tun, sie aufrechtzuerhalten!“

Grundsätzlich sollten sich soziale Anforderungen wie z. B. der soziale Wohnungsbau und Klimaschutz besser miteinander verzahnen und nicht miteinander konkurrieren.