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Inflation trifft vor allem ökonomisch schwache Hamburger*innen

SoVD-Landeschef Klaus Wicher: „Der Senat sollte den Hartz-IV-Regelsatz durch Landesmittel erhöhen und kompensatorisch eingreifen, wo es möglich ist, etwa durch weiter verbilligte HVV-Tickets oder durch Hilfen beim Strom.“

„Unter der aktuell hohen Inflation leiden vor allem Menschen mit geringem Einkommen, Bezieher*innen von Hartz IV und Grundsicherung, Alleinerziehende und Ältere mit niedrigen Renten. Für sie bedeutet die Inflation ein Kaufkraftverlust“, sagt Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg. Der Verlust lasse sich am Beispiel des Hartz-IV-Regelsatzes beziffern: Er stieg 2021 für Alleinstehende um 3,2 Prozent, von 432 Euro auf 446 Euro. Das. sind 0,6 Prozentpunkte unter der Teuerung.

Die Teuerung liegt im Juli 2021 bei 3,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Die Ursachen: Erhöhte Energiepreise aber auch die Erhöhung der Mehrwertsteuer, die viele Produkte des täglichen Lebens verteuert. Aber: Der Eckregelsatz von Hartz IV stieg zwar zum Jahresanfang 2021 um 14 Euro von 432 Euro auf 446 Euro monatlich für Alleinstehende (+ 3,2 Prozent). Damit liegt die Erhöhung um 0,6 Prozentpunkte unter der Inflationsrate.

Wicher: „Das bedeutet weniger Kaufkraft, die sich nicht nur in Gaststätten oder an der Tankstelle bemerkbar macht. Auch andere Dinge des täglichen Bedarfes werden teurer, etwa Schuhe und Bekleidung.“ Für Hamburg stehen Angaben dazu noch aus. Das Statistik-Amt in Niedersachsen meldet: „Deutliche Preisanstiege gab es zudem in den Abteilungen Bekleidung und Schuhe (+5,3%) sowie Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke (+4,3%) im Juli 2021.“ Wicher: „Damit erfasst die Teuerung lebensnotwendige Produkte aus dem Warenkorb von Hartz-IV-Empfänger*innen. Wenn die Prognosen zutreffen und Preissprünge bis zu 5 Prozent kommen, muss der Senat eingreifen. Er muss etwa die Hartz-IV-Regelsätze aufbessern.“

Bezieher*innen von Transfer-Leistungen sind betroffen, weil höhere Preise ihre monatlich schmalen Budgets verhältnismäßig stärker mindern als die von Bezieher*innen mittlerer Einkommen. Aber auch sie spüren die Inflation: Viele müssen einen realen Kaufkraftverlust hinnehmen. Durch die im ersten Halbjahr abgeschlossenen Verträge und die in den Vorjahren für 2021 geltenden Tarife steigen die Tariflöhne um durchschnittlich 1,6 Prozent und damit geringer als die Verbraucherpreise.