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Inflation: Hamburg muss Preissteigerung aus eigenen Mitteln kompensieren

Die Preise für Energie, Wohnen aber auch für Gesundheit und vor allem Nahrungsmittel ziehen in der Hansestadt drastisch an. „Die steigende Inflation belastet vor allem Hartz IV-Empfänger:innen und Geringverdienende. Die Stadt muss jetzt reagieren und Erleichterungen schaffen. Dazu gehört vor allem ein Zuschuss zur Grundsicherung im Alter. Finanzschwache Menschen und Familien sollten Unterstützung durch ein Wohngeld bekommen“, fordert Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg.

Menschen, die nur wenig zum Leben haben, müssen sich im kommenden Jahr noch mehr einschränken als jetzt schon. Viele Dinge des täglichen Lebens werden immer teurer, die Inflationsrate ist inzwischen bei stattlichen 4,1 Prozent angekommen.

Vor allem der nahende Winter wird für die Hamburger:innen zu Buche schlagen, denn die Heizkosten steigen spürbar. Laut Heizspiegel wird Fernwärme um neun Prozent teurer, die Preise für Erdgas steigen um 13 und die für Heizöl um 44 Prozent. „Das bedeutet für Mieter:innen, dass sie 10 bis 15 Prozent der bisherigen Heizkosten zusätzlich einplanen und zurücklegen müssen. Das werden diejenigen, die nur ein kleines Einkommen haben und mit jedem Cent rechnen müssen, nicht schaffen“, stellt Wicher fest.

Ebenso große Sorgen bereiten dem Hamburger SoVD-Landeschef die steigenden Preise für Lebensmittel: „Kaffee kostet über 30 Prozent mehr, für Brot und Gemüse muss man heute mehr als ein Viertel zusätzlich ausgeben als vor einem Jahr.“ Dass dies eine große zusätzliche Belastung sei, sehe man auch an den steigenden Kundenzahlen bei den Hamburger Tafeln. Nicht nur mehr Hartz IV-Empfänger:innen stünden dort an der Lebensmittelausgabe, sondern auch diejenigen, die in der Corona-Krise von Kurzarbeitergeld leben mussten sowie Senior*innen, die eine kleine Rente haben oder Grundsicherung bekommen.

Die dem gegenüberstehende Erhöhung des Hartz IV-Satzes von knauserigen drei Euro, macht Wicher sprachlos: „Hier geht es um eine Erhöhung um schmale 0,75 Prozent. Dies kompensiert nicht mal die Inflation und bedeutet aus meiner Sicht schlicht und einfach eine Kürzung durch die Hintertür. Auch deshalb sollte die Stadt Hamburg sich in der Pflicht fühlen und endlich aus eigenen Mitteln für eine Aufstockung des Hartz IV-Satzes sorgen – zumindest für die Grundsicherungsempfänger im Alter!“