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Housing First, Armut und Schutz in Hamburg

Kolumne von Klaus Wicher, Hamburger SoVD-Landes­vorsitzender

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freundinnen und Freunde, liebe Mitglieder,

es wird langsam Winter in der Stadt – und immer mehr Menschen sind auf Hamburgs Straßen Wind und Wetter ausgesetzt, weil sie kein Dach über dem Kopf haben. Die Gründe dafür sind vielfältig, die Hilfen für sie müssen deshalb ebenso differenziert sein. Die Stadt sagt, kein Mensch muss in Hamburg auf der Straße übernachten – und doch sind es nach offiziellen Zahlen 3.500. Kenner der Szene gehen von über 5.000 Obdachlosen aus. Viele von ihnen meiden die Notunterkünfte. Hamburg muss darum dringend das Projekt Housing First ausbauen. Denn es bietet alten wie auch jungen Menschen Perspektiven, dort können sie neue Strukturen lernen – das eröffnet neue Chancen auf ein besseres Leben.

Wohnen ist existenziell, doch die eigenen vier Wände warm zu kriegen, wird gerade für Menschen, mit kleinen Einkommen oder kleiner Rente immer schwieriger. Sicher ist: das Heizen mit Gas wird in den kommenden Jahren deutlich teurer. Das mag für diejenigen, die finanziell gut gepolstert sind, kein Problem sein. Wer aber mit jedem Cent rechnet, wird an anderer Stelle sparen müssen. Hamburg sollte ihnen einen Teil der Last abnehmen – und wir müssen endlich darüber reden, dass die Reichen mehr zugunsten der Armen abgeben.

Auch in unserem neusten Podcast geht es um die soziale Spaltung. Wir sprechen mit Michael Knobloch von der Hamburger Verbraucherzentrale, unter anderem darüber, warum vor allem Menschen mit wenig Einkommen im Supermarkt, beim Handykauf und sogar beim Begleichen ihrer Schulden unverhältnismäßig draufzahlen.

Eins ist klar: Das Leben in Hamburg ist teurer als anderswo. Diejenigen, die nur wenig haben trifft dies viel existenzieller als wohlhabende Menschen. Der Senat darf in dieser insgesamt sehr schwierigen Zeit nicht den Sparhammer rausholen: Er sollte lieber mehr verlässliche Hilfen und Unterstützung anbieten – alles andere bringt unsere Gesellschaft und vor allem die Armen nur unnötig in Schwierigkeiten. Die Forderung nach einer stärkeren Umverteilung von Reich zu Arm ist deshalb in meinen Augen mehr als gerecht.

Ihr Klaus Wicher
Landesvorsitzender

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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