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Gesundheits-Angebote für sozial benachteiligt Stadtteile

Die Poliklinik auf der Veddel, die Gesundheitskioske in Billstedt und Horn – Gesundheitsangebote, die sich niedrigschwellig an die Menschen in problembelasteten Stadtteilen richten, werden sehr gut angenommen: „Sie erreichen diejenigen, die aus den verschiedensten Gründen nicht zum:zur Arzt:Ärztin gehen. Sie tragen dazu bei, dass arme Menschen gesünder sind, mehr Lebensqualität haben und älter werden“, weiß Klaus Wicher, Hamburger SoVD-Landesvorsitzender. Das Konzept sei gut für alle Stadtteile, in denen viele leben, die wenig haben: „Der Senat hat die Verantwortung, für sie eine Gesundheitspolitik aufzulegen, die den Menschen auch wirklich hilft“.

 Die Poliklinik auf der Veddel funktioniere mit ihrem umfangreichen Personalangebot von Ärzt:innen über Sozialpädagog:innen, bis zu Gesundheitswissenschaftler:innen wie ein interdisziplinäres Gesundheitszentrum. „Das ist ein Angebot, dass gezeigt hat, dass es erfolgreich ist, denn es ist niedrigschwellig und geht ganzheitlich auf die Menschen zu, die hier Hilfe suchen“, sagt Wicher.

Solche Gesundheitszentren sollten vor allem in den Stadtteilen installiert werden, die eine hohe Konzentration sozialer Problemlagen aufweisen, mit vielen Arbeitslosen, Grundsicherungsempfänger:innen und Jugendlichen ohne Schulabschluss. Vor allem dort sei der Handlungsbedarf groß: „Ein Blick in den Hamburger Morbiditätsatlas lässt sofort erkennen, dass es einen direkten Zusammenhang von finanziell schlecht aufgestellten Lebensverhältnissen und hohen gesundheitlichen Belastungen gibt. Wir brauchen deshalb in sozial schlecht aufgestellten Stadtteilen mehr niedrigschwellige medizinische Versorgungsangebote. Ganz wichtig ist, dass sich dort die Versorgung mit Allgemein- und Kinderärzt:innen verbessert“, stellt Wicher klar.

Aus seinen Kontakten zu der Poliklinik auf der Veddel weiß der SoVD Landeschef, wo es hakt: „Stadtteile mit einer großen Zahl an armen Menschen sind für Mediziner:innen nicht attraktiv, denn man arbeitet viel und verdient vergleichsweise wenig“. Die Folge: Dort fehlt es massiv an Fachärzt:innen aller Disziplinen.

Die Stadt müsse Zeichen setzen und sich aktiv für eine bessere Gesundheitsversorgung einsetzen: „Dazu muss die Stadt Gespräche mit den Krankenkassen und der Kassenärztlichen Vereinigung führen. Die Gesundheitskioske müssen bestehen bleiben und es muss über weitere, direkt an den Stadtteil gebundene Arztsitze verhandelt werden. Die Vergabe freigewordene Sitze sollte an Bedingungen geknüpft werden“.

Wicher empfiehlt der Stadt, den Blick über den Tellerrand zu richten: „Ich denke da an die Metropolregion rund um Hamburg, wo es auf dem Land an vielen Stellen zu wenig Ärzt:innen gibt. Hier hat man es mit verschiedenen Anreizen und günstigen Krediten geschafft, die Versorgung deutlich zu verbessern. Das muss auch in Hamburg möglich sein!“.

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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