Die von Bundeskanzler Merz angestoßene Diskussion über deutsche Stadtbilder ist für Klaus Wicher, Vorsitzender Sozialverband Deutschland, SoVD-Landesverband Hamburg e.V., Ausdruck einer sich verändernde Gesellschaft:
„Ich sehe da weniger soziales Miteinander, sondern mehr Ablehnung gegenüber Menschen, die zu uns kommen. Parallel dazu steigt die Zahl derjenigen, die Unterstützung brauchen, das trifft auch immer mehr Rentner:innen. Ich bin mir sicher: Wohlhabende werden mehr abgeben müssen!“
Ein Miteinander oder das Merkel’sche „Wir schaffen das“ sei heute an vielen Stellen gar nicht mehr gewünscht. Menschen und politische Führungen hätten sich vor allem in der jüngsten Vergangenheit stärker voneinander abgegrenzt: „Materieller Wohlstand, Nationalität, Religion, Krieg – dies sind heute Gründe, die zu einer zunehmenden Spaltung innerhalb unserer Gesellschaft führen. Es führt dazu, dass die Inflation auf hohem Niveau stagniert, die Menschen haben das Gefühl, immer weniger für ihr Geld zu bekommen. Das spüren die Hamburger:innen noch mehr als andere, denn das Leben in der Stadt ist teurer als anderswo – sei es beim Einkaufen, sei es bei den Mieten oder auch bei der Teilhabe an Kultur, Sport und Freizeit.“
„Den Vielen, die wenig haben, stehen ein paar Wenige gegenüber, die unglaublich viel Vermögen haben. Sie müssen einen zusätzlichen Beitrag für mehr Gerechtigkeit innerhalb unserer Gesellschaft leisten!“, fordert der SoVD-Landeschef. „Wir können nicht darauf bauen, dass vermögende Menschen freiwillig etwas von ihrem Vermögen abgeben und der Allgemeinheit zukommen lassen werden. Das hat schon in der Vergangenheit nicht funktioniert. Die Politik muss ganz aktiv den Druck auf die Wohlhabenden verstärken, und die gesetzlichen Voraussetzungen für mehr Umverteilung angehen!“
