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Frauenhäuser brauchen mehr Barrierefreiheit

Int. Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen

Entschließen sich Mädchen oder Frauen, aus der Gewaltspirale innerhalb der Partnerschaft oder Familie zu entkommen, sind die Hamburger Frauenhäuser ein sicherer Hafen. „Allerdings sind einige der Häuser in die Jahre gekommen und nicht barrierefrei“, berichtet Susanne Langhagel, Hamburger SoVD-Frauensprecherin. „Hier muss die Stadt dafür sorgen, dass der Bestand erhalten bleibt und modernisiert wird, damit auch Frauen mit Behinderung angemessen unterkommen können“, ergänzt der Hamburger SoVD-Landesvorsitzender Klaus Wicher.

Anlässlich des Internationaler Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen, am kommenden Freitag, erinnert der SoVD Hamburg die Politik daran, betroffene Frauen besser zu schützen. „Es fehlt nach wie vor an konstruktiver Unterstützung in den Frauenhäusern. Immer noch ist der Platz begrenzt, es hapert bei der Barrierefreiheit. Das Schlimmste wäre es, wenn hilfesuchende Frauen abgewiesen werden müssten“, fürchtet Susanne Langhagel.

Immer wieder klagen die Frauenhäuser über Platz- und Geldmangel. Zwar wurden Frauenhäuser modernisiert und im zweiten Hamburger Frauenhaus ein Neubau realisiert. Auch die Einrichtung der Notaufnahme 24/7 im Hamburger Norden, die 15 Plätze für Frauen und ihre Kinder vorhält, hat dazu beigetragen, dass sich die Lage etwas entspannt hat: „Allerdings gibt es jetzt in verschiedenen Häusern einen ziemlich großen Sanierungsstau. Die Gebäudesubstanz sind alt und nicht energieeffizient. Hinzu kommt, dass Frauen mit Behinderung nicht in jedes Haus gehen können, weil es schlicht und einfach nicht für Rollstühle zugänglich ist. Hier unterschätzt die Stadt, dass gerade für diese Gruppe die Frauenhäuser oft die einzige Option sind, aus der häuslichen Gewalt zu kommen“, so Langhagel.

Zudem würde immer noch die Wohnungsnot in der Stadt dafür sorgen, dass der Weg in die selbstbestimmte Unabhängigkeit ein sehr holpriger sei. Klaus Wicher fordert deshalb: „Frauen, mit Kindern, die von Grundsicherung leben müssen oder nur ein kleines Einkommen haben, stehen als letzte in der lange Schlange von Menschen, die dringend eine bezahlbare Wohnung suchen. Dem könnte die Stadt entgegensteuern und günstigen Wohnraum für die, die es aus eigener Kraft nicht schaffen, vorhalten.“