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Energie: Gaspreis-Deckel erklärt

Mit dem Gaspreis-Deckel will die Bundesregierung private Gaskunden entlasten. Wir schauen unter diesen Deckel:
Im Dezember wird es eine Einmalzahlung geben. Die Höhe hängt davon ab, wie hoch der Verbrauch im September 2022 war. Die Rückschau hat ihren Grund: Sie soll vermeiden, dass noch mal auf Teufel komm raus geheizt wird, damit die Einmalzahlung höher ausfällt. Der Staat übernimmt die Dezemberabschläge, der Versorger bekommt das Geld erstattet. Bei zentral beheizten Mietshäusern soll die Gutschrift über die Nebenkostenabrechnung auf die Mieter:innen umgelegt werden.

Was bringt der Bonus? Gemäß Vergleichsportal Verivox liegt der Abschlag für ein Einfamilienhaus im Schnitt bei rund 342 Euro monatlich. Zahlt der Staat, mindern sich die jährlichen Kosten von 4.108 auf 3.766 Euro.
Zusätzlich soll zwischen März und Ende April 2023 soll der Gaspreis gedeckelt werden. Er sinkt durch staatliche Subvention auf zwölf Cent pro Kilowattstunde (kWh). Aber: Das gilt nur für 80 Prozent des geschätzten bisherigen Verbrauchs. So soll der Anreiz bleiben, den Thermostat bedächtig aufzudrehen. Damit spart beispielsweise eine Familie, die 20.000 kWh pro Jahr verbraucht, 1.232 Euro. Für einen 2-Personen-Haushalt mit 12.000 kWh Verbrauch sind es ca. 740 Euro, für einen Single-Haushalt (5000 kWh) sind es 308 Euro.

Der SoVD Hamburg kritisiert: 2021 lag der Gaspreis bei fünf Cent. Das bedeutet, dass Gas- und Fernwärmekund:innen auf dem Großteil der Kostensteigerungen sitzen bleiben, auch wenn der Gaspreis auf 12 Cent gedeckelt wird. „Uns stört außerdem, dass die Deckelung erst im März kommt – da ist der Winter ja so gut wie vorbei, und das Geld verheizt“, stellt Klaus Wicher klar. Auch seien diejenigen, die mit Öl heizen, bisher außen vor: „Vor allem ältere Menschen haben damals, als sie ihr kleines Häuschen gebaut haben, sich für eine Ölheizung entschieden. Sie müssen jetzt dreimal mehr für Heizung und Warmwasser bezahlen. Senior:innen mit schmaler Rente sind stärker betroffen als Menschen, deren Grundsicherung Heizkosten einschließt. Rentner:innen haben oft nicht das Geld, sich eine teure neue Heizung anzuschaffen. Hinzu kommt die Unsicherheit, auf welche Technologie umgerüstet werden sollte.“

SoVD Sozialverband Deutschland e.V., Landesverband Hamburg
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