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Digitalisierung bietet Chancen für mehr Gleichberechtigung

Equal Pay 4.0 – gerechte Bezahlung in der digitalen Arbeitswelt

Am kommenden Montag, 7. März, findet der Equal Pay Day statt. Er markiert symbolisch die Gehaltslücke zwischen Mann und Frau. In Sachen gleicher Lohn für gleiche Arbeit bleibt Deutschland im europäischen Vergleich Schlusslicht. „Es ist beschämend, wie wenig wir in unserem hochzivilisierten Land dafür tun, dass Frauen und Männer in allen gesellschaftlichen Bereichen auf Augenhöhe stehen“, stellt Klaus Wicher, Hamburger SoVD-Landesvorsitzender, klar.

Immer noch ist Deutschland europäisches Schlusslicht bei der Lohnlücke zwischen Mann und Frau. Aktuell liegt sie bei 18 Prozent. Frauen arbeiten im Jahr 2022 im Vergleich zu Männern 66 Tage umsonst! In diesem Jahr lautet das Motto: „Equal Pay 4.0 – gerechte Bezahlung in der digitalen Arbeitswelt.“ 

Grundsätzlich könnte die Digitalisierung eine echte Chance für mehr gleichwertige Behandlung und vor allem Bezahlung von Frauen und Männern sein: „Die Digitalisierung ist in vollem Gange und wird in den kommenden Jahren viele Teile unseres Lebens nachhaltig verändern – vor allem, wie wir arbeiten. Allerdings stellt sich das Problem, dass wir viele altgewohnte Arbeitsstrukturen aus der analogen in die digitale Arbeitswelt mitnehmen. Dabei wäre dieser Schritt in die Zukunft eine Chance, gleichberechtigter zu arbeiten, denn in den digitalen Branchen sind andere Qualitäten gefragt als beispielsweise bloße Körperkraft. Es gibt kein einziges Argument, das dagegenspricht, dass Frauen in digitalisierten Berufen qualitativ schlechter arbeiten. Frauen sollten deshalb schon in der Schule dazu motiviert werden, sich in diesen Bereichen beruflich aufzustellen“, sagt Wicher. 

SoVD Landesfrauensprecherin Susanne Langhagel ergänzt: „Vor allem in den leitenden Funktionen sind viele Branchen nach wie vor fest in Männerhand. Wenn es darum geht, Frauen Verantwortung zu übertragen, geben Männern offenbar immer noch sehr ungern leitende Funktionen ab. Ich erinnere nur an die gönnerhaften Kommentare von Männern aus der Politik, aber auch aus den Medien, die unsere neue Außenministerin Annalena Baerbock in ihren ersten Arbeitswochen über sich ergehen lassen musste. Das war schon ein starkes Stück!“ 

Langhagel weiß: In Deutschland mahlen die Mühlen in Sachen Gleichberechtigung sehr langsam: „Seitens staatlicher Seite braucht es noch deutlich mehr Signale, vor allem für Frauen, die sich am Rande des Arbeitsmarktes bewegen. Minijobs und das Ehegattensplitting sorgen weiter dafür, dass Frauen in Abhängigkeiten bleiben, öfter in schlecht bezahlten, oftmals pflegenden Berufen arbeiten und aus Sicht unserer immer noch männlich geprägten Gesellschaft weniger wertige Arbeit leisten. Zudem muss der Rechtsanspruch auf mobiles Arbeiten den Gesundheits- und Arbeitszeitschutz beinhalten. Geschlechtergerechte Weiterbildung von digitaler Technik und Kompetenz muss gefördert werden. Hier muss es dringend Verbesserungen geben“.