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Corona: Kinder und Jugendliche in Hamburg leiden besonders stark

„Jetzt bestätigt sich, was schon vor der Pandemie klar war: Kinder und Jugendliche, die in bildungsfernen und finanziell schlecht gestellten Familien großwerden, sind in unserer Gesellschaft benachteiligt und haben gerade in Hamburg unter der Corona-Krise stärker gelitten als ihre Altersgenoss:innen. Der Senat muss die Versäumnisse aus der Vergangenheit jetzt nachholen und betroffenen Familien endlich gezielt helfen – Corona hat der Politik hoffentlich die Augen geöffnet!“, fordert Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg.

Noch gereizter und noch niedergeschlagener – Kinder und Jugendliche in Hamburg haben unter der Corona-Krise stärker gelitten als im Bundesdurchschnitt. Dies bestätigt jetzt eine Befragung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) von jungen Menschen zu ihren Erfahrungen in der ersten Corona-Welle. Vor allem das familiäre Zusammenleben auf engem Raum, das Lernen allein zuhause vor dem Bildschirm und fehlende Freizeitmöglichkeiten empfanden mehr als die Hälfte  der Hamburger Schüler:innen als sehr belastend. „Kinder und Jugendliche sind nicht nur in extremen Zeiten wie einer Pandemie besonders davon abhängig, wie intakt die Familie ist und wie sich ihre materielle und soziale Lage darstellt.“, sagt Wicher – und fordert:

„Mit der UKE-Studie hält Sozialsenatorin Leonhard sozusagen den Masterplan schon in den Händen. Nicht erst seit heute fordert der SoVD Familien und junge Menschen, die nur kleine Einkommen haben, konsequenter und besonders individuell zu unterstützen. Zum Beispiel durch die Schaffung von mehr bezahlbarem größeren Wohnraum. Aber auch ein eigener Hartz IV-Satz für Kinder und Jugendliche gehört dazu. Ganz wichtig ist mir, dass sie einen absolut niedrigschwelligen Zugang zu Bildung bekommen, mit kostenlosen Laptops, funktionierenden Internet und persönlicher, sachkundiger Begleitung. Denn Bildung ist der Schlüssel zu einer Zukunft, die den betroffenen jungen Menschen sonst verschlossen bleibt. Mit dem Ausbau der offenen Kinder- und Jugendarbeit, so wie es die Senatorin vorschlägt, ist es da bei weitem nicht getan. Für eine neue Konzeption sollte sie auch auf kompetente Berater*innen aus der Zivilgesellschaft zurückgreifen. Frau Leonhard sollte jetzt nicht mehr kleckern, sondern endlich klotzen.“