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Altersbezüge

Knappe Kiste für immer mehr Rentner:innen

Bisher war für Westdeutschland im kommenden Jahr eine Erhöhung der Altersbezüge um 5,2 Prozent geplant. Dieses Versprechen will die neue Ampel-Koalition nicht einlösen. „Das wäre für die vielen Menschen, die nur eine kleine Rente haben, eine echte Katastrophe“, warnt Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg.

Schon im letzten Jahr fiel die Anpassung der Renten aus. Vor allem im teuren Hamburg merkten viele Senior:innen ganz real, dass sie weniger Geld zum Ausgeben hatten. „Alles wurde, auch bedingt durch Corona, teurer, vor allem Lebensmittel und die Preise für Energie. Die Inflationsrate liegt momentan bei über fünf Prozent. Das schmerzt vor allem deshalb, weil Rentner*innen meist vollkommen abhängig sind von ihren Bezügen. Nicht alle können sich noch mit einem Job etwas dazuverdienen“, sagt der SoVD-Landeschef. Vor allem in Hamburg sind die Lebenshaltungskosten höher als im Bundesschnitt. Er plädiert deshalb schon seit Jahren für einen finanziellen Zuschuss für alle Grundsicherungsempfänger*innen, den die Stadt aus eigenen Mitteln bestreiten muss.

Für das kommende Jahr plant die Ampel-Koalition das Wiederaufleben des Nachholfaktors. Er sorgt dafür, dass nach Jahren, in denen die Rente eigentlich gekürzt werden müsste, die Erhöhung weniger stark ausfällt. Wie stark sich der Nachholfaktor auf die Rentenerhöhung auswirkt, ist noch nicht sicher. Nach ersten Berechnungen wird sie um fast einen Prozentpunkt niedriger ausfallen: „Und das ist ein echter Schock für die vielen Rentner:innen, die nur wenig haben. In Hamburg beziehen rund 53 Prozent von ihnen gerade mal 1.000 Euro im Monat. Das ist für sie eine knappe Kiste, da zählt jeder Cent“, berichtet Wicher. „Viele haben keine Nebeneinkünfte und deswegen müssen heute schon rund 47.600 Über-65-Jährige und Erwerbsminderungsrentner:innen von der Grundsicherung leben. Sollte die Rente nicht wie versprochen angepasst werden, wäre das kein guter Start für die neue Ampel.“