Der SoVD Hamburg zum „Sozialen Arbeitsmarkt“ (Teilhabechancengesetz)

+++ Der Beschluss ist da, der Start ist holprig +++ Warum sich der Hamburger Senat engagieren muss +++ Beschäftigungsträger fühlen sich im Stich gelassen +++

Der Beschluss ist da, der Start ist holprig


Die beschlossene Einrichtung eines sozialen Arbeitsmarkts hält Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverband Deutschland (SoVD) in Hamburg, für einen guten Ansatz – die Umsetzung wirft für ihn allerdings noch Fragen auf: Wird dieses Förderinstrument, wie versprochen, dazu führen, dass viel mehr Langzeitarbeitslose als bisher wieder einen Job finden? Werden Unterstützungsmaßnahmen direkt bei den Unternehmen bzw. Beschäftigungsträgern angesiedelt? Wicher ist optimistisch, dass die Einführung eines sozialen Arbeitsmarkts gute Möglichkeiten für diese Menschen bieten könnte – denn: „Langzeitarbeitslose finden nur selten aus eigener Kraft einen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt.“ [Mehr]

Warum sich der Hamburger Senat engagieren muss


Auch wenn es auf dem Arbeitsmarkt so rosig wie nie aussieht, sind in Deutschland rund 800.000 Menschen, davon allein in Hamburg rund 17.000, seit Jahren arbeitslos. Sie müssen von Hartz IV leben. Um einen Teil von ihnen wieder in einen festen Job zu bringen, investiert die Bundesregierung in den kommenden Jahren vier Milliarden Euro in den Aufbau eines sozialen Arbeitsmarkts. So sollen Langzeitarbeitslose und Menschen mit Behinderung die Möglichkeit bekommen, sich zu qualifizieren und wieder mit eigener Arbeit ihren Lebensunterhalt zu verdienen. [Mehr]


Beschäftigungsträger fühlen sich im Stich gelassen


Seit Jahren stehen soziale Beschäftigungsprojekte immer wieder kurz vor dem Aus, weil die Sozialbehörde die Finanzierung kürzt oder nur für einen begrenzten Zeitraum bewilligt. Mit dem neuen Teilhabechancengesetz sollte jetzt alles besser werden, verspricht es diesen Anbietern doch Lohnkostenzuschüsse bis zu fünf Jahre, wenn sie Arbeitsplätze für Langezeitarbeitslose einrichten. Damit wären zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen: denn so könnten Sozialprojekte in den Bezirken langfristig finanziert werden und Langzeitarbeitslose hätten neue Perspektiven auf einen festen Job. Im Stadtteiltreff Großlohe in Rahlstedt sprach SoVD-Landeschef Klaus Wicher mit Petra Lafferentz (Beschäftigungsträger Alraune), dem Bezirkspolitiker Julian Georg (DIE LINKE) und dem Vorsitzenden des Sozialausschusses in der Bezirksversammlung Wandsbek Gerhard Brauer, über Chancen und Stolpersteine des neuen Arbeitsmarkts. [Mehr]