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Präventive Seniorenarbeit

Für ein langes Leben in den eigenen vier Wänden

Der Hamburger Senat verhöhnt die Seniorinnen und Senioren in Hamburg. Die aufsuchende Seniorenarbeit mit einem Miniprojekt in Eimsbüttel und Harburg für ab 80-jährige anzubieten, geht weit an den Bedürfnissen der Menschen vorbei, stellt Klaus Wicher, 1. Landesvorsitzender Sozialverbands SoVD Hamburg, fest. 

Eigentlich sollte man ein neues Jahr mit guten Vorsätzen beginnen, was dem Hamburger Senat leider nicht gelingt. Es soll die aufsuchende Seniorenarbeit in der Stadt etabliert werden: „Allerdings ist diese Ankündigung eine Mogelpackung. Zum einen startet die Aktion Anfang des Jahres in nur zwei Stadtteilen, nämlich Eimsbüttel und Harburg. Zum anderen berücksichtigt sie drei Jahre lang zunächst nur die über 80-Jährigen, alles in allem sind das gerade mal maximal 3.300 Menschen, die teilhaben könnten.“ In Hamburg leben heute mehr als 426.000 Menschen, die 60 Jahre und älter sind, und deren Lebensqualität durch aufsuchende Hausbesuche verbessert werden könnte. „Vor diesem Hintergrund entpuppt sich die vollmundige Ankündigung von Senatorin Prüfer-Storcks und der beteiligten Bezirke als der berühmte Tropfen auf den heißen Stein“, kritisiert Klaus Wicher scharf.

Wicher geht es vor allem um die Seniorinnen und Senioren, die in Altersarmut leben oder von ihr bedroht sind. Dies sind rund 53.000 Menschen über 65 Jahre in der Hansestadt. Davon leben in der Zwischenzeit schon mehr als 25.000 ausschließlich von Grundsicherung. „Gerade bei dieser Gruppe besteht die Gefahr, dass sie sich aus ihrem sozialen Umfeld zurückziehen und vereinsamen. Sie sind angewiesen auf kostenfreie Hilfe und Angebote“, mahnt Wicher an.

Dass Gesundheit und Wohlbefinden im Alter im hohen Maß von Aktivität und Selbstbestimmung beeinflusst werden, sei heute keine Frage mehr: „Eine aufsuchende Seniorenarbeit erreicht die Menschen zuhause und kann niedrigschwellig dazu beitragen, das Leben im Alter leichter zu machen.“

Weshalb man angesichts dieser Erkenntnis und den langjährigen Erfahrungen im In- und Ausland (z.B. München und Wien) und auch in Hamburg dieses Thema dennoch nur sehr zögerlich angeht, kann Wicher nicht nachvollziehen und empört ihn. „Weder wird damit der Koalitionsvertrag umgesetzt, noch wird ein größerer Teil der älteren Menschen in Hamburg erreicht.“ Auch angesichts des politischen Stillstandes in Berlin, der keine schnellen Lösungen für Menschen in Altersarmut erwarten lässt, muss schnellstens nachgebessert werden, mahnt Wicher vor allem die Regierungsparteien SPD und Grüne und den Senat an. Zudem muss die bestehende Seniorenberatung der Bezirke eingebunden werden, statt Honorarkräfte bei einem Träger anzuheuern. Außerdem verlangt Wicher eine umfassende Öffentlichkeitsarbeit, um allen über 60jährigen den schnellen Zugang zu diesem Angebot zu ermöglichen. Am Geld kann es nicht scheitern, wenn der Senat allein für die Straßenreinigung zukünftig 27 Millionen Euro (!) zusätzlich pro Jahr ausgeben kann und die Steuereinnahmen sprudeln wie nie zuvor.




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