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Wohnungslosigkeit von Frauen

Der Begriff „wohnungslos“ umfasst obdachlose Frauen, die ohne den eigenen Schutz einer Wohnung auf der Straße leben, ist aber wesentlich weiter gefasst: Leben in ungesicherten, oft wechselnden Wohnverhältnissen, ohne eigenen Mietvertrag, z.B.: zur Untermiete, vorübergehend bei Freunden und Verwandten, in Zweckpartnerschaften, in Wohnunterkünften usw. Besonders betroffen sind Frauen in den Ballungsräumen der Großstädte, wo bezahlbarer Wohnraum knapp und Sozialwohnungen nicht in ausreichender Zahl vorhanden sind. Frauen leben oftmals in versteckter Wohnungslosigkeit und besuchen keine Tagesstätten für Wohnungslose. Daher sind sie in der Öffentlichkeit weniger sichtbar als Männer. Die Gründe, wieso Frauen wohnungslos werden sind vielschichtig, z.B. Flucht aus einer gewalttätigen Partnerschaft, Trennung vom Partner, Zwangsräumung nach Überschuldung, psychische Erkrankungen oder Suchterkrankungen. Zudem arbeiten Frauen öfter als Männer in prekären Beschäftigungsverhältnissen und beziehen geringere Löhne und Renten. Mietsteigerungen können daher noch schlechter aufgefangen werden, weil das Geld kaum zum Leben reicht. 

Frauen, die auf der Straße leben sind besonders schutzwürdig und brauchen frauenspezifische Angebote und Schutzräume. Wichtig ist daher das Angebot an Tagesaufenthaltsstätten nur für Frauen auszubauen. Auch wenn wohnungslose Frauen in der Öffentlichkeit weniger sichtbar sind, sind sie doch vorhanden und müssen in ihrer Not gesehen werden. 

Die Zahl der Wohnungslosen nimmt jedes Jahr zu. Für das Jahr 2018 schätzt die BAG Wohnungslosenhilfe e.V., dass ca. 540.000 Menschen in Deutschland über keinen mietrechtlich abgesicherten Wohnraum verfügen. Ein Viertel davon sind Frauen. Offizielle Statistiken über Wohnungslose gibt es bisher keine, deshalb beruhen die Zahlen auf Schätzungen der BAG. 

Frauenarmut und Altersarmut sind mit verantwortlich für die steigende Wohnungslosigkeit von Frauen. Deshalb setzt sich der SoVD nachhaltig für gleichen Lohn für gleiche Arbeit und gegen Gewalt gegen Frauen ein. 

Stabile Nachbarschaftstreffs und aufsuchende Seniorenarbeit können Vereinsamung entgegenwirken und auch im Vorfeld den Verlust der Wohnung verhindern helfen. Das Recht auf Wohnraum sollte zu den Grundrechten gehören und der soziale Wohnungsbau muss dem steigenden Bedarf entsprechend dringend weiter ausgebaut werden. Auch die Sozialbindung im sozialen Wohnungsbau muss wieder deutlich auf 30 Jahre angehoben werden.       




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